Wildfoto.org · Stadtnatur
Stadttauben
Beobachten, verstehen und helfen.
Stadttauben leben mitten unter uns und werden trotzdem
häufig kaum wahrgenommen. Ich möchte die Tiere
fotografieren, beobachten und mehr darüber lernen,
wie wir sinnvoll und verantwortungsvoll mit ihnen
umgehen können.
Ein fortlaufendes Wildfoto.org-Projekt
Mein Projekt
Warum Stadttauben?
Angefangen hat dieses Projekt mit meinen Begegnungen
mit Stadttauben beim Fotografieren und unterwegs.
Je länger ich die Tiere beobachte, desto mehr Fragen
entstehen.
Wie viel Nahrung benötigt eine Taube? Wie verhalten
sich die Tiere innerhalb einer Gruppe? Warum kommen
manche Tiere sehr nah heran, während andere größeren
Abstand halten? Woran erkennt man eine verletzte Taube?
Und wie können Städte sinnvoll mit ihren
Taubenpopulationen umgehen?
Foto: Joscha Müller / Wildfoto.org
Beobachten statt behaupten
Ich möchte meine eigenen Erfahrungen dokumentieren
und gleichzeitig weiter dazulernen. Eigene
Beobachtungen und recherchierte Informationen sollen
dabei klar voneinander getrennt bleiben.
Vorurteile & Fakten
Was stimmt eigentlich über Stadttauben?
Über kaum ein anderes Tier in unseren Innenstädten
kursieren so viele negative Aussagen. Manche enthalten
einen wahren Kern, andere sind stark verkürzt oder
schlicht Vorurteile.
Hier möchte ich typische Aussagen aufgreifen,
einordnen und nach und nach mit nachvollziehbaren
Quellen ergänzen.
„Tauben sind die Ratten der Lüfte!“
Der Ausdruck „Ratten der Lüfte“ ist eine
abwertende Bezeichnung und keine biologische
Beschreibung. Stadttauben werden häufig mit
Schmutz und Krankheiten verbunden, obwohl
eine solche pauschale Einordnung den Tieren
nicht gerecht wird.
Auch der Deutsche Tierschutzbund beschäftigt
sich ausdrücklich mit diesem negativen Image
der Stadttaube und der häufig damit
verbundenen Angst vor Krankheiten.
Kurz gesagt: Ein Schlagwort ersetzt keine
sachliche Betrachtung.
„Tauben sind voller Krankheiten!“
Wie andere Tiere können auch Tauben
Krankheitserreger und Parasiten tragen.
Daraus folgt jedoch nicht automatisch,
dass von jeder Stadttaube eine besondere
Gefahr für Menschen ausgeht.
Statt pauschaler Angst sind normale
Hygieneregeln und eine sachliche Bewertung
möglicher Risiken sinnvoll.
Kurz gesagt: Mögliches Übertragen und
tatsächliches Risiko sind nicht dasselbe.
„Tauben übertragen Tollwut!“
Aussagen über konkrete Krankheiten möchte ich
auf dieser Seite nicht aus Hörensagen
übernehmen. Dieser Punkt wird deshalb mit
veterinärmedizinischen beziehungsweise
behördlichen Quellen weiter ergänzt.
Fakten statt Gerüchte.
„Tauben sind dreckige Tiere!“
Das Erscheinungsbild einer verschmutzten
Innenstadt oder eines stark belasteten
Aufenthaltsortes sollte nicht mit dem Tier
selbst gleichgesetzt werden.
Wer Stadttauben längere Zeit beobachtet,
kann regelmäßig Gefiederpflege und andere
normale Pflegehandlungen sehen.
Umgebung und Tier sind zwei unterschiedliche Dinge.
„Die finden in der Stadt doch überall genug zu fressen!“
Ein vorhandenes Nahrungsangebot bedeutet
nicht automatisch, dass geeignete Nahrung
vorhanden ist.
In Städten stoßen Tauben häufig auf
weggeworfene Lebensmittel und andere
menschliche Essensreste. Diese sind nicht
mit einer geeigneten Körnermischung
gleichzusetzen.
Verfügbares Essen ist nicht automatisch
geeignetes Futter.
„Wer Tauben füttert, macht nur noch mehr Dreck!“
Die Frage nach Fütterung, Verschmutzung und
Populationsmanagement ist komplexer als ein
einfaches Ja oder Nein.
Betreute Taubenschläge zeigen einen anderen
Ansatz: Die Tiere erhalten dort Futter,
Wasser und Nistplätze. Gleichzeitig kann ein
Teil des Kots innerhalb der Anlage gesammelt
und kontrolliert entfernt werden.
Nachhaltige Lösungen benötigen mehr als
bloße Verdrängung.
„Wenn man sie nicht füttert, verschwinden die Tauben irgendwann!“
Stadttauben sind eng an menschliche
Siedlungsräume gebunden. Ein verantwortlicher
Umgang mit bestehenden Populationen erfordert
deshalb langfristige Konzepte.
Betreute Taubenhäuser verbinden Versorgung,
Kontrolle der Brut und die Möglichkeit,
Tiere an geeigneten Orten zu betreuen.
Bestandsmanagement ist mehr als Nahrungsentzug.
„Tauben hinterherjagen ist doch nur Spaß!“
Für ein Kind kann das Hinterherlaufen wie
ein Spiel wirken. Für das Tier bedeutet es,
einem vermeintlichen Verfolger ausweichen
zu müssen.
Gerade fressende, ruhende, geschwächte oder
möglicherweise verletzte Tiere sollten nicht
unnötig aufgescheucht werden.
Meine Beobachtung
Aus meiner eigenen Kindheit kenne ich es
noch gut, dass Kinder Tauben hinterhergejagt
und sie aufgescheucht haben.
Heute beobachte ich erfreulicherweise nur
selten, dass kleine Kinder Tauben gezielt
hinterherjagen. Das ist keine statistische
Aussage, sondern meine persönliche
Wahrnehmung.
Ernährung
Futter für Stadttauben
Geeignete Taubenmischungen enthalten beispielsweise
Mais, Weizen, Dari, Gerste, Erbsen und verschiedene
kleinere Saaten.
Brot und menschliche Essensreste sind dagegen kein
sinnvoller Ersatz für geeignetes Taubenfutter.
Foto: Joscha Müller / Wildfoto.org
Nahrung in der Stadt
Stadttauben finden in Städten nicht automatisch
ausreichend geeignetes Futter. Verfügbare
Nahrungsquellen bestehen häufig aus weggeworfenen
Lebensmitteln und anderen für Tauben ungeeigneten
Nahrungsresten.
Ein vorhandenes Nahrungsangebot ist daher nicht
automatisch mit einer geeigneten und ausreichenden
Ernährung gleichzusetzen.
Praxistipp: Fitnessshaker als Futterbehälter
Für unterwegs verwende ich einen Fitnessshaker mit
etwa 500 ml Fassungsvermögen. Er lässt sich gut
verschließen und problemlos im Rucksack oder im
seitlichen Flaschenfach transportieren.
Besonders praktisch ist die kleine Trinköffnung im
Deckel. Darüber lassen sich kontrolliert kleinere
Futtermengen ausschütten und verteilen, ohne jedes
Mal den gesamten Deckel abzunehmen.
Wichtig: 500 ml Volumen entsprechen bei Körnerfutter
nicht automatisch 500 g Gewicht. Das tatsächliche
Gewicht hängt von der Futtermischung und ihrer
Schüttdichte ab.
Wie viel Futter benötigt eine Gruppe?
Der Futterrechner hilft dabei, einen ungefähren
Gruppenbedarf zu berechnen und abzuschätzen,
wie lange ein Futtersack reichen könnte.
Die Berechnung ist ein Orientierungswert.
In einer frei fressenden Gruppe nimmt nicht
jedes Tier exakt dieselbe Menge auf.
Tauben-Futterrechner
Berechne einen ungefähren Orientierungswert für den Futterbedarf einer Taubengruppe.
In der Praxis nimmt nicht jede Taube exakt dieselbe Menge auf. Der Rechner dient deshalb zur Planung des ungefähren Gesamtbedarfs.
Rücksicht im Alltag
Ein bisschen Ruhe macht einen Unterschied
Stadttauben teilen ihren Lebensraum mit Fußgängern,
Radfahrern, Kindern, Hunden und vielen anderen
Stadtbewohnern. Oft reichen schon kleine Gesten der
Rücksichtnahme.
Ruhige Bewegungen
Schnelle Bewegungen direkt auf eine Taube zu
können dazu führen, dass sie ausweicht oder
auffliegt.
Beim Beobachten bewege ich mich deshalb möglichst
ruhig und lasse den Tieren die Möglichkeit,
ihren Abstand selbst zu wählen.
Fressende Tiere nicht aufscheuchen
Wenn eine Taubengruppe gerade ruhig frisst,
kann etwas Abstand verhindern, dass plötzlich
die gesamte Gruppe auffliegt.
Wo es gefahrlos und ohne großen Aufwand möglich
ist, können Fußgänger und Radfahrer einen kleinen
Bogen machen oder kurz warten.
Kinder & Tauben
Tauben hinterherzulaufen kann für Kinder wie ein
Spiel wirken. Spannender kann es sein, die Tiere
gemeinsam ruhig zu beobachten.
Dabei lassen sich Unterschiede in Gefieder,
Verhalten und Charakter einzelner Tiere
entdecken.
Hunde kontrolliert führen
Auch ein freundlicher Hund kann Tiere durch
Hinterherlaufen oder plötzliches Annähern
aufscheuchen.
Wo Tiere ruhen oder fressen, halte ich es deshalb
auch ohne allgemeine Leinenpflicht für
rücksichtsvoll, einen Hund zuverlässig bei sich
zu führen oder anzuleinen.
Meine Erfahrung beim Beobachten
Ich erlebe immer wieder, dass eine Gruppe gerade
zur Ruhe gekommen ist und frisst und anschließend
durch eine schnelle Bewegung oder einen unmittelbar
hindurchfahrenden Radfahrer komplett auffliegt.
Nicht jede Störung lässt sich vermeiden. Ein paar
Sekunden Aufmerksamkeit können aber manchmal schon
ausreichen, damit die Tiere in Ruhe weiterfressen
können.
Wasser
Frisches Wasser unterwegs
Neben geeignetem Futter ist sauberes Trinkwasser wichtig.
Für meine Beobachtungen verwende ich keine dauerhaft
aufgestellte Wasserstelle.
Die mobile Tränke kommt mit in den Rucksack, wird vor Ort
mit frischem Wasser aufgebaut und anschließend wieder
vollständig mitgenommen.
Foto: Joscha Müller / Wildfoto.org
Sauberkeit beachten
Trinkgefäße sollten regelmäßig gereinigt werden.
Verschmutztes oder länger abgestandenes Wasser wird
ersetzt.
Beobachtung
Tauben verstehen
Besonders spannend sind die Unterschiede zwischen
einzelnen Tieren. Manche Tauben wagen sich schnell näher
heran, während andere innerhalb derselben Gruppe deutlich
vorsichtiger bleiben.
Foto: Joscha Müller / Wildfoto.org
Abstand & Vertrauen
Die Tiere sollen selbst entscheiden können,
wie weit sie sich annähern möchten. Kleine
Futtermengen in unterschiedlichen Abständen
ermöglichen ihnen diese Wahl.
Gruppenverhalten
Tauben sind soziale Tiere und reagieren auf das
Verhalten ihrer Artgenossen. Bei meinen
Beobachtungen möchte ich diese Dynamik genauer
dokumentieren.
Gangbild
Wie bewegt sich eine unauffällige Taube?
Welche Unterschiede können auf eine Verletzung
hindeuten? Auch das möchte ich künftig
fotografisch dokumentieren.
Körpersprache
Körperhaltung, Gefieder, Bewegung und Abstand
zu anderen Tieren können interessante Hinweise
auf das Verhalten eines Tieres liefern.
Taubenhilfe
Wann braucht eine Taube Hilfe?
Gerade bei Stadttauben lohnt sich ein genauer Blick
auf Füße, Beine und Flügel.
Haare, Fäden und dünne Schnüre können sich um Zehen
oder Füße wickeln und diese zunehmend einschnüren.
Auffälligkeiten
- deutliches oder dauerhaftes Hinken
- geschwollene Füße oder Zehen
- sichtbare Fäden, Haare oder Schnüre an den Füßen
- offene Verletzungen oder Blutungen
- ein ungewöhnlich hängender Flügel
- ein auffällig geschwächtes oder apathisches Tier
Keine Ferndiagnose
Eine einzelne Auffälligkeit bedeutet nicht
automatisch, dass ein Tier krank oder verletzt ist.
Im Zweifel sollte eine erfahrene Taubenhilfe oder
vogelkundige Fachstelle hinzugezogen werden.
Taubenprojekte
Lösungen statt Verdrängung
Betreute Taubenhäuser und Taubenschläge können einen
kontrollierten und tierschutzorientierten Umgang mit
Stadttauben ermöglichen.
München
Betreute Taubenhäuser in München
München arbeitet mit betreuten Taubenhäusern.
Dort erhalten die Tiere Nistmöglichkeiten, Futter
und Wasser. Eier können gegen Attrappen ausgetauscht
werden, um die Population kontrolliert zu regulieren.
Gleichzeitig verbleibt ein Teil des Kots innerhalb
der betreuten Einrichtung und kann dort kontrolliert
entfernt werden.
Projektidee Weilheim
Ein Taubenschlag für Weilheim i.OB?
Ich möchte der Frage nachgehen, ob ein betreuter
Taubenschlag auch für Weilheim in Oberbayern sinnvoll
und realisierbar wäre.
Dafür möchte ich zunächst beobachten und
dokumentieren, wo sich größere Gruppen aufhalten,
wie groß diese ungefähr sind und welche Maßnahmen
bereits bestehen.
Erfahrungen aus anderen Städten können anschließend
zeigen, welche Lösungen auch für Weilheim interessant
sein könnten.
Praxis
Futter & Ausrüstung
Hier sammle ich Produkte, die ich selbst verwende,
gekauft habe oder als praktische Lösung interessant
finde.
Versele-Laga Traditional
Zucht & Reise Extra – 5 kg
Die 5-kg-Packung war meine bisherige
Futtermischung für unterwegs.
8,99 € / 5 kg
Von mir gekauft.
Preisstand: September 2026.
Versele-Laga Traditional
Zucht & Mauser Olympia – 25 kg
Bei regelmäßigem Bedarf ist der große Sack
pro Kilogramm deutlich günstiger.
ca. 20 € / 25 kg
Von mir bestellt.
Preisstand: September 2026.
Mobile PET-Flaschentränke
Eigentlich als Küken- beziehungsweise
Geflügeltränke angeboten. Handelsübliche
PET-Flaschen können als Wasserreservoir
verwendet werden.
ca. 4,99 €
Praktische mobile Trinkmöglichkeit für unterwegs.
Preisstand: September 2026.
Mobile Wasserspender-Alternative
Eine weitere kompakte Möglichkeit mit
Wasserreservoir, ursprünglich für Reptilien
beziehungsweise Schildkröten angeboten.
ca. 7,99 €
Alternative – bisher keine abschließende Empfehlung.
Preisstand: September 2026.
Mein günstiger Ausrüstungstipp
Ein vorhandener Fitnessshaker kann sich hervorragend
als Futterbehälter eignen. Es muss dafür nicht
unbedingt ein spezieller Tauben-Futterbehälter
gekauft werden.
Preise und Verfügbarkeit können sich jederzeit ändern.
Die genannten Preise entsprechen dem jeweiligen Stand
zum Zeitpunkt meiner Recherche beziehungsweise meines
Kaufs. Sollten zukünftig Affiliate-Links eingesetzt
werden, werden diese entsprechend gekennzeichnet.
Bitte beachten
Füttern ist nicht überall erlaubt
Vor einer Fütterung sollten immer die örtlichen
Vorschriften geprüft werden. Städte und Gemeinden können
eigene Regelungen oder Fütterungsverbote erlassen.
Beispiel München
In München besteht ein Fütterungsverbot für
Stadttauben. Die Informationen auf dieser Seite
sind deshalb keine Aufforderung, entgegen örtlicher
Vorschriften Tiere zu füttern.
Videos
Stadttauben in meinen Videos
Neben meinen Fotos dokumentiere ich meine Begegnungen,
Beobachtungen und Erfahrungen mit Stadttauben auch
in Videos.
In dieser Playlist sammle ich meine Videos rund um
Stadttauben, Fütterung, Verhalten, Beobachtungen und
das weitere Projekt.
Die Playlist wird laufend um neue Aufnahmen und
Beobachtungen ergänzt.
Community im Aufbau
Gemeinsam für Stadttauben
Hast du selbst Stadttauben beobachtet?
Kennst du einen betreuten Taubenschlag?
Hast du Erfahrungen mit verletzten Tieren oder möchtest
dich für ein Taubenprojekt in deiner Region engagieren?
Wildfoto.org soll künftig nicht nur Informationen
bereitstellen, sondern auch Menschen miteinander
verbinden.
Austausch direkt auf Wildfoto.org
Über die Kommentarfunktion können Erfahrungen,
Beobachtungen, Hinweise und Ideen direkt zum Thema
Stadttauben ausgetauscht werden.
Social-Media-Reaktionen
Zusätzlich soll hier künftig eine Auswahl interessanter
Reaktionen aus meinen Social-Media-Kanälen erscheinen.
Geplant sind Beiträge von YouTube, Instagram und
Facebook mit Name, Plattform, Kommentar, Datum und
– soweit möglich – einem Link zum Original.